ColdWorld – Autumn

Obwohl COLDWORLD bereits über 10 Jahren existieren, ist “Autumn” mein erster Kontakt zu dieser Ein-Mann-Band. Zugegeben, die Veröffentlichungen sind bisher auch eher überschaubar, verzeichnen sich gerade mal eine EP, ein Demo und mit dem jüngsten Werk gerade mal zwei Alben in Georg Börners Diskografie. Und zwischen “Melancholie²” und “Autumn” lagen schlussendlich auch 8 Jahre. Dennoch ist mein bisheriges Versäumnis eine große Schande! COLDWORLD hauen für mich ein überraschend mächtiges Album heraus, das definitiv Neugier auf das vorhergegangene Material schürt und seinen Platz als Dauergast in meinem Player einnimmt.

Der wohl spannendste Aspekt an “Autumn”, ist seine Vielschichtigkeit. Börner erschafft ein atmosphärisch dichtes, kraftvolles Album, das logisch und stimmig Elemente aus diversen Einflüssen kombiniert. Das Fundament basiert auf atmosphärischem/depressivem Black Metal. Gezielte Passagen aus Post-Rock/Shoegaze/Blackgaze streuen ebenso breite Harmonie-Teppiche wie die passende synthie-orchestrale Untermalung. Selten agieren diese Elemente aufdringlich, wenngleich sie gelegentlich schon als wichtige Führungselemente in den Liedern verbaut werden. Beispielsweise das fragile Instrumental “The Wind And The Leaves” lebt von der Violine und den eher ruhigen Gitarren. Oder direkt das nachfolgende “Climax Of Sorrow” kombiniert wunderschön Blastbeats mit Twin Peaks-artigen Synthies.

Ein weiterer, äußerst gelungener Baustein im Gesamtbild von “Autumn”, ist klarer Gesang. Gerade in der Eröffnung “Scars” setzt Börner damit gleichermaßen spannende Wendungen, wie kurz zuvor in der harmonischen Auflösung mit der Violine. “Void” untermalt fiese Schreie mit klarem Frauengesang, was die melancholische Grundstimmung des Songs nur weiter ausbaut. Doch größtes Highlight ist definitiv “Womb Of Emptiness”, das in seinem ruhigen Shoegaze-Part mit dem klaren Gesang und dem eher genre-fremden Drumming stark an düsteren Jazz erinnert. Zum Ende hin, wird dieses zentrale Element abermals aufgegriffen und durch Schreie erweitert. Ein kompositorisch genialer wie mitreißender Song.

Und so finden sich immer wieder eingängige, mitreißende Harmonien auf “Autumn”. Mal von der Gitarre vorgegeben, wie in “Nightfall”, wo es später durch einen männlichen Choral fortgesetzt wird, mal durch die Synthies oder die Violine. Schlechte Songs haben COLDWORLD auf diesem Album keinen einzigen. Jedes Lied, selbst die instrumentalen Nummern, haben stimmige Entwicklungen, überraschende Wendungen und immer eine sehr dichte, melancholische Atmosphäre. Ich bin schlicht begeistert von diesem wunderschönen, intensiven Meisterwerk!

“Autumn” erscheint als Doppel-LP auf schwarzem oder weißen Vinyl. Für CD-Käufer gibt es auch ein auf 300 Stück limitiertes Lederbuch mit dem Tonträger. Und natürlich eine reguläre CD-Version.

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