Review: Numenorean - Home

NUMENOREAN präsentieren mit ihrem Debüt “Home” ein Wechselbad der Gefühle. Verträumtheit, Melancholie, Fragilität, Hass. Alles trifft zusammen und wechselt einander ab. In fünf extrem intensiven und emotionalen Liedern, hauen die Kanadier ein Meisterwerk heraus, das die Messlatte für Post-Black Metal extrem hoch ansetzt.

Natürlich gibt es gelegentlich Reminiszenzen an Agalloch oder Alcest. Doch erinnern manche Instrumental-Passagen auch schon mal etwas an die Aachener Fjord. Im Endergebnis erschaffen sich NUMENOREAN damit ein sehr eigenes Profil, das gleichzeitig “Home” in seiner Gesamtheit zu einem in sich schlüssigen Werk macht. Einzelne Stücke braucht man gar nicht besonders betonen, das Album ist als Ganzes durchgehend phantastisch.

Und dennoch funktionieren die Lieder auch im Einzelnen exzellent. Ja, jedes sogar besser als das vorige. Direkt der Titeltrack präsentiert alle Trademarks von NUMENOREAN: Geschickte Songstrukturen, verspielte Momente, fragile Transzendenzen, furiose Ausbrüche in den Black Metal. Dazu immer wieder packende Harmonien. Doch bereits “Thirst” legt ordentlich einen drauf, ist sowohl brutale Wand wie auch mit griffigen Harmonien durchzogen. In “Devour” wird die Palette durch Twin-Peaks-artige Soundcollagen erweitert, was die intensive Grundstimmung von “Home” genau so  vertieft, wie das instrumentale Interlude “Shoreless”.

So ist “Home” schlicht ein extrem packendes Album. Und ein grandioses Debüt. Auf der knappen dreiviertelstunde Spielzeit gibt es viel zu entdecken, zum träumen und sich verlieren. Definitiv eines der besten Alben 2016.