Review: Morrow - Covenant Of Teeth

Ich mochte Fall Of Efrafa. Reduziert, aber dennoch extrem unheilvoll und düster, war die Band eine extreme Macht. Umso mehr freut es mich, dass einige der Ideen nun fortgesetzt und interessant weiterentwickelt werden. Mitunter auch mit Sänger Alex CF (u.a. ex-Light Bearer). Ergänzt um Multi-Instrumentalisten David Robinson und Cellistin Nicole, formieren MORROW eine Mischung aus düsterem (Post-)Hardcore, Neo-Crust und Doom.

Dabei ist “Covenant Of Teeth” recht sperrig. Vier überlange Songs bilden das knapp 40 Minuten lange Album. Häufig durchziehen ruhige Momente die Lieder, reduzieren die Instrumentalisierung bis auf das grobe Grundgerüst aus Bass und Schlagzeug, erzählen eine Geschichte in fast geflüsterten Spoken Word-Sampeln. Dann wieder wechselt die Dynamik, das Tempo. Hauptthemen werden aufgegriffen und opulent ausgearbeitet. In einem Moment direkt, roh, einfach zu greifen, im nächsten wieder abstrakt, collagenhaft und irgendwie sperrig. Doch diese Unbequemheit macht das Album auch so spannend.

Der Opener “Fathom” fasst die Fassetten von “Covenant Of Teeth” eindrucksvoll auf 11 Minuten zusammen. Ein ruhiger, extrem fragiler Auftakt. Leise Instrumentalisierung und klarer, fast dünner Gesang. Doch dann wird es schwerer, druckvoller, zerberstet in Fall Of Efrafa ähnlichem Uptempo, melancholisch begleitet vom Cello. Dann die nächste Wendung mit fiesen Schreien, vertrakteres Riffing - und das alles nur, um die nächste tief traurige Auflösung zu finden.

Gerade diese Ambivalenz zwischen wütenden Shouts, verzweifelten Schreien, tief nihilistischen Gitarren und äußerst melancholischen Cello-Melodien erzeugt eine sehr intensive, post-apokalyptische Atmosphäre. Mal ruhiger, mit akustischen Gitarren hoffnungsvoll verträumt, dann aber auch wieder verzweifelter in den schleppenden Momenten oder gar kraftvoll episch, wenn diverse Harmonielinien eine dichte Klangwand aufbauen.

Diese, oftmals abrupten Wechsel machen “Covenant Of Teeth” nicht unbedingt zugänglich. Dafür sind einige schnelle Neo-Crust Passagen umso eingängiger und erlauben einen guten Einstiegspunkt in die Story hinter dem Album.

Neben dem kraftvollen Gesang von Alex CF gibt es noch illustre Gastbeiträge, unter anderem von Leuten aus Masakari, Monarchus, Wildspeaker, Archivist oder Anopheli. Vielleicht nicht immer ganz offensichtlich, aber die Stellen mit Wechsel- oder Doppelgesang verleihen den Songs eine coole zusätzliche Dimension.

Kurzum: Wer zwischen Link, Alpinist oder Fall Of Efrafa neue, düstere Musik sucht, in der Schnittmenge aus Hardcore, Doom und Neo-Crust, wird bei MORROW definitiv gute Unterhaltung finden. Doch bitte nicht von den sperrigen Songstrukturen abschrecken lassen. “Covenant Of Teeth” ist definitiv das einhören wert!